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Singen: Neues Literaturfestival
Montag, 23. November 2009            
Ein neues Literaturfestival soll ab 2010 in der Region Singen / Schaffhausen etabliert werden. Die Eröffnung wird unter anderem von Martin Walser gestaltet.

Bei der ersten "Erzählzeit ohne Grenzen" vom 8. bis 14. März 2010 in Schaffhausen und Singen sowie in 18 weiteren Gemeinden, machen 25 Autoren aus Deutschland, der Schweiz und aus Österreich deutlich, dass die deutschsprachige Literaturszene ein breites Spektrum an spannenden und unterhaltsamen Geschichten auf hohem sprachlichen Niveau zu bieten hat.

Die CRIMINALE gibt die Initialzündung

265 Krimiautoren haben bei der CRIMINALE Singen- Schaffhausen im Frühjahr 2009 die Grenzregion in einen einzigen Tatort verwandelt. In rund 120 Veranstaltungen boten sie einen einmaligen aktuellen Überblick über die deutschsprachige Kriminalliteratur und erlebten bei allen ihren Lesungen ein begeistertes Publikum. 15.000 Krimifans diesseits und jenseits der Grenze genossen die spannenden Lesungen beinahe rund um die Uhr ebenso wie die Einblicke in die Welt der Kriminalromanschreiber bei zahlreichen anregenden Gesprächen davor und danach. Vom überwältigenden Interesse an literarischen Veranstaltungen ermutigt, setzen die beiden Städte Singen und Schaffhausen mit ihren Nachbarn ihre Zusammenarbeit auf literarischem Gebiet ab 2010 mit der "Erzählzeit ohne Grenzen" fort und präsentieren die ganze Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. "Wir haben für die CRIMINALE ein ganz hervorragendes regionales Netzwerk geknüpft, das nun auch die neue Veranstaltungsreihe trägt", sagt der Singener Kulturbürgermeister Bernd Häusler. "Insbesondere das dezentrale Konzept mit der Einbeziehung der Schaffhauser und Singener Nachbargemeinden hat sich bestens bewährt."
Beim neuen Festival ab 2010 stehen nun aber nicht mehr  Kriminalgeschichten im Mittelpunkt der Veranstaltungen, vielmehr kommen zeitgenössische deutschsprachige Autorinnen und Autoren zu Wort, die sich in den unterschiedlichsten Genres einen Namen gemacht haben.

Vielfältiges Programm im Zeichen der Begegnung

Mit Lesungen sowohl bekannter als auch noch weniger bekannter Autoren in 20 Gemeinden
wollen die Veranstalter ein Literaturfestival in der Region etablieren, das auf breites Interesse in der Bevölkerung stösst, das Publikum in beiden Ländern mit den literarischen Trends des jeweiligen Nachbarn bekannt macht und den Autoren neue Leserschichten erschliesst. "Wir haben ein sehr intelligentes, spannendes und unterhaltsames Programm zusammengestellt", kündigt der Schaffhauser Stadtpräsident Thomas Feurer an. "Wir verstehen das neue Festival auch  als Kontrapunkt zu reinem Konsum und wollen damit in der Zukunft eine ganz besondere Marke für die Region setzen." Aussergewöhnliche Veranstaltungsorte, attraktive Rahmenprogramme und Fortsetzungslesungen auf beiden Seiten der Grenze laden dazu ein, die Veranstaltungen bei den deutschen oder Schweizer Nachbarn zu besuchen, und machen das neue Festival im besten Sinn zur "Erzählzeit ohne Grenzen".

Biographisches steht im Mittelpunkt

"Das Leben der Anderen“ steht als Motto über allen Veranstaltungen der ersten "Erzählzeit ohne Grenzen. In Erinnerungen und Autobiographien lassen die Autorinnen und Autoren ihre Zuhörer an ihrem Leben teilhaben, in biographischen Romanen erzählen sie von Schicksalen historischer Persönlichkeiten, in fiktiven Geschichten schildern sie exemplarische Lebenswege unseres Jahrhunderts.

Bei der Eröffnungsveranstaltung am 8. März werfen zwei Grandseigneurs der deutschen und Schweizer Literatur, Martin Walser und Adolf Muschg, einen kritisch- liebevollen Blick über die Grenze und erzählen von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit den Nachbarn. An den folgenden Tagen schildert unter anderem Hanns- Josef Ortheil seinen Weg vom sprachlosen Kind zum sprachmächtigen Schriftsteller, Inge Jens erinnert sich an ihr Leben neben ihrem für seine Wortgewalt berühmten Mann, und Asta Scheib entführt in die Welt des italienischen Malers Giovanni Segantini.

Als Einstimmung veranstaltet das Bildungszentrum Singen bereits am 6. März einen Literaturtag, bei dem Eveline Hasler zu Gast sein wird.

Teilnehmende Autoren
Gabrielle Alioth, Ralf Bönt, Mirko Bonné, Arno Camenisch, Alex Capus, Eveline Hasler,
Lukas Hartmann, Inge Jens, Georg Klein, Adolf Muschg, Hanns-Josef Ortheil, Markus Orths, Ursula Priess, Asta Scheib, Margrit Schriber, Bruno Steidle, Katharina Tanner, Alissa Walser, Martin Walser und Natascha Wodin