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Singen: Klinikchef erhält Kündigung
Dienstag, 24. November 2009            
Die HBH- Kliniken, zu denen auch die Krankenhäuser in Singen, Engen und Radolfzell sowie das Hegau- Jugendwerk in Gailingen gehören, trudeln weiterhin im finanziellen Minusbereich. Jetzt wurden erste harte Massnahmen getroffen.

"Wir wollen einen klaren Neuanfang". Mit diesen Worten leitete Singens Oberbürgermeister Oliver Ehret die Veränderungen im Gesundheitsverbund HBH- Kliniken ein. Nachdem sich der Klinikverbund seit geraumer Zeit in einer wirtschaftlich angespannten Lage befindet und die Zahlungsfähigkeit gefährdet ist, zog Ehret, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der HBH- Kliniken ist, nunmehr Konsequenzen. Diese sind auch personeller Natur: Die derzeitige Geschäftsführung wird zum 30. Juni 2010 abberufen, der Geschäftsführer Friedbert Lang (Bild oben) muss seinen Hut nehmen. Bis eine neue Geschäftsführung etabliert sei, werde die Beraterfirma Kienbaum unterstützend mitwirken, lässt Ehret wissen. Im Klartext bedeutet das, dass Kienbaum das Sagen hat und die bisherige Geschäftsführung faktisch entmachtet ist.

Sparmöglichkeiten werden gesucht

Mit kurzfristigen Massnahmen, um die Zahlungsfähigkeit zu sichern, beschäftigten sich gestern Abend die Gesellschafterversammlung und der Aufsichtsrat der Hegau- Bodensee- Hochrhein- Kliniken GmbH in einer ausserordentlichen Sitzung. In der Sitzung, die trotz kritischer Töne von einer konstruktiven Atmosphäre und dem Blick nach vorn geprägt war, einigten sich die Verantwortlichen auf das weitere Vorgehen in den nächsten drei Monaten, um den Verbund wieder in ein sicheres Fahrwasser zu bringen. Die Gesellschafter signalisierten ihre Bereitschaft, den Verbund in seiner kritischen Lage zu unterstützen. Beschlossen wurden deshalb kurzfristig wirksame Massnahmen zur Liquiditätssicherung. Das heisst: alle Bereiche werden auf Einsparungspotentiale überprüft, insbesondere die Unterstützungsbereiche wie Einkauf und Gebäudemanagement. Gleichzeitig wurde deutlich, dass eine grundlegende strukturelle Neuausrichtung erforderlich sein wird. In wie weit es zu Kündigungen kommen wird, sei noch nicht zu beantworten, sagen die Verantwortlichen.

Auch in diesem Jahr werden Schulden gemacht

Auch für dieses Jahr wird, trotz des weiteren Abbaus von Schulden, ein negatives Betriebsergebnis für den gesamten Verbund mit 4,3 Millionen Euro erwartet. Obwohl zahlreiche Gegenmassnahmen initiiert wurden, schreibt der Klinik- Verbund schon seit mehr als fünf Jahren rote Zahlen. Ein Hauptgrund in diesem Jahr ist der Umsatzrückgang und der hohe Fixkostenanteil im Reha- Bereich.

Die Grundzüge für die Neustrukturierung des Klinik- Verbunds werden wie geplant in der regulären Versammlung der Gesellschafter und des Aufsichtsrates am 11. Dezember vorgestellt. Diskutiert werden dann vor allem die mittel- und langfristigen Massnahmen, die sich aus dem Gutachten der Beraterfirma Kienbaum ergeben. Kienbaum hatte am 2. Oktober von der Gesellschafterversammlung und dem Aufsichtsrat der HBH- Kliniken den Auftrag erhalten, ein "Gutachten zur strategischen Zukunftssicherung" zu erstellen.
(Foto: HBH-Kliniken)